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Es war einer dieser verflucht warmen Tage...diese an denen man auf nichts Lust hat. Für den Abend war eine mega Party geplant, da Mike seinen 21. groß feiern wollte. Stephan und ich gammelten in aller Ruhe auf der Couch rum, machten blöde Witze und bemalten uns gegenseitig die Arme mit Kugelschreiber. Irgendwann malte er Kästchen auf meinen Oberschenkel. 'Tja Schatz, wir müssen wohl ne Runde Tic Tac Toe spielen, schließlich muss das Geschenk noch eingepackt werden, der Verlierer darf das dann machen' Ich hasse Geschenke einpacken, und ich bin bis heute fest der Meinung er hat mich gewinnen lassen Also rafften wir uns auf...ich ging duschen und Stephan kämpfte mit dem Geschenkpapier. Als ich wieder kam, saß er völlig gedankenverloren auf dem Boden und starrte das Schleifenband an... ich musste ihn 2 mal ansprechen, ehe er überhaupt reagierte. Er schaute mich mit einem Glitzern in den Augen an und meinte nur 'Wenn wir heiraten, dann möchte ich das Du Dir damit die Haare hochsteckst...das Band fast genauso schön wie Du' Ich war völlig von den Socken und fiehl ihm um den Hals. So lieb war noch kein Mann zu mir gewesen. Nachdem wir ne Weile auf dem Boden rumgeknutscht hatten, wollte er los. Ich wär lieber zu hause geblieben, aber Stephan war der Meinung das könte man nicht machen, wenn ein guter Freund Geburtstag hätte. Er hatte ja auch Recht. Also sprang er noch unter die Dusche und ich machte mir noch einen Kaffee in der Küche. Der Fernseher lief im Hintergrund und einen Moment lang hatte ich ein ganz komisches Gefühl im Bauch...im Fernseher war danach ein Reifenqietschen zu hören und dann knallte es auch schon. Mich hatten Unfälle im Fernsehen nie gestört, aber diesmal bekam ich eine Gänsehaut. Schnell schütteltete ich aber sämtliche Gedanken aus dem Kopf und freute mich einfach auf Abend. Stephan und ich waren ja beide eher die Nachtmenschen, sprich der Abend würde für uns erst nach der Party losgehen. Ich liebte diese gemeinsamen Stunden. Trinken konnten wir ja beide nichts, da wir beide fahren mussten. Stephan hatte Bereitschaft im Krankenhaus und ich musste ja auch irgendwie wieder weg kommen, falls er nen Einsatz hatte. Also er mit dem Motorrad und ich mit Auto. Ich fuhr dann ein paar Minuten früher los. Auf der Landstrasse war an dem Tag echt erstaunlich viel los. Normaler Weise ist am Wochenende immer alles leer. Irgendwann entdeckte ich im Rückspiegel meinen Schatz. Ein Lächeln huschte mir über die Lippen. Ich mochte die Motorradkluft sehr an ihm...sie stand ihm unheimlich gut und er machte auf seiner Yamaha eine tolle Figur. Die Sonne stand ungünstig, ich kramte nach meiner Sonnenbrille und merkte nicht das er zum Überholen ansetzte. Als ich wieder aufblickte, hatte ich neben mir ein Motorrad und entgegen kam mir ein PKW mit hoher Geschwindigkeit. Ich bekam einen Schock, stieg in die Eisen und Stephan scherte knapp vor mir ein. Ich konnte in dem Moment nicht weiter fahren. Ich hielt auf dem Seitenstreifen und brach einfach nur in Tränen aus. Stephan kam zurück und war sichtlich verwirrt. Ist doch nichts passiert... Ich schrie ihn an, ob er wahnsinnig geworden sei. Er schaute mich nur an und meinte ich soll mal nicht so ein Drama machen, es sei ja nix passiert und es hätte ja auch nie irgendwelche Gefahr bestanden. Ich dachte ich hör nicht Richtig. Um ein Haar hätte er aufm PKW geklebt und ich sollte nicht so ein Drama machen? Jetzt war ich richtig sauer...Ich knallte die Autotür zu und lief einfach nur die Strasse runter. Stephan kam natürlich hinterher, packte mich irgendwann an der Schulter und riss mich zu sich rum. 'Was verdammt nochmal ist los mit Dir?' Ich konnte nicht mehr, fing wieder an zu weinen und erzählte ihm von der Situation in der Küche, von meinem komischen Gefühl und das ich einfach nicht wüßte, was ich ohne ihn machen würde..das ich ohne Ihn nicht leben könnte. Stephan nahm mich in seine Arme und hielt mich einfach nur fest. 'Ich werde Dich niemals alleine lassen. Es kann sein, das Du vielleicht irgendwann mal ohne mich leben musst....oder ich ohne Dich. Aber bei Dir sein werde ich immer! Ich liebe Dich über alles und ich möchte jetzt und hier ein Versprechen von Dir. Wenn es irgendwann mal zu der Situation kommen sollte, das Du Dein Leben ohne mich an Deiner Seite verbringst...dann lebe aber auch Dein Leben! Ich werde das gleiche tun. Versprichst Du mir das?' Ich bejahte....wobei mir die Bedeutung seiner Worte erst viel viel später bewusst wurde.

Ich wär am liebsten wieder nach hause gefahren, aber wir machten uns dann doch auf den Weg zur Party. Stephan fuhr jetzt auch ganz brav hinter mir. Der Abend wurde dann doch ganz lustig. Ich unterhielt mich gut und wir Mädels tanzten ohne Ende und machten die Kerle verückt. Stephan und ich steckten uns immer wieder kleine Zettel zu, auf denen wir irgendwas gekritzelt hatten. Entweder was wir jetzt gerne tun würden oder wir lästerten über andere

Es war etwa 3 Uhr und wir spielten mit dem Gedanken, langsam aufzubrechen. Da klingelte Stephans Handy. Das Krankenhaus war dran, sie würden ihn ganz dringend brauchen. Draussen hatte es ganz schrecklich angefangen zu regnen. Ich wollte Stephan mit dem Auto fahren, aber er meinte es würde wahrscheinlich nicht so lange dauern und ich sollte ruhig noch was da bleiben. Auf meine Bitte, dann wenigstens mein Auto zu nehmen, ging er nicht ein. Falls ich keine Lust mehr hätte, sollte ich ja irgendwie nach hause kommen... Na ich kannte ja Stephan, er fuhr gerne im Regen...Wasser war sein Element und diskutieren brachte auch nichts. Er meinte, wir könnten dann ja später zusammen in die heisse Wanne gehen. Das war ein Angebot! In dem Moment, wo Stephan los fuhr hatte ich auch schon keine Lust mehr. Ich huschte nochmal rein um mich von den Leuten zu verabschieden. Danach machte ich mich wieder auf den Weg nach hause...schließlich musste ich ja auch ne dreiviertel Stunde fahren. Ich freute mich auf zu hause...gleich machte ich mir eine Flasche Wein auf, nervte Stephan mit SMS wann er endlich da wäre und hörte schön Musik. So war zumindest der Plan....

Der Regen wurde immer stärker und die Sicht war verdammt schlecht. In der Stadt ging es ja noch, aber auf der Landstraße war es richtig ätzend. Na ja, eben langsam fahren und was länger brauchen. Dann musste ich auch nicht so lange auf Stephan warten. Also Musik aufgedreht und über die Landstraße getuckert. Laut sang ich den laufenden Titel mit...nur weiss ich bis heute nicht mehr welches Lied das war. Dann wurde ich stutzig. Irgendwas auf der Straße sah komisch aus. Ich fuhr noch langsamer und erkannte irgendwann ein Auto das am Straßenrand steht...Warnblinkanlage an. Panne? Unfall? Wildunfälle sind ja nicht selten in der Gegend. Ich hielt an und wollte auf jeden Fall mal nachsehen was los ist. Toll, nichtmal ein Regenschirm dabei. Ich lief auf das Auto zu und erkannte das die Front völlig kaputt war. Noch bevor ich beim Ato ankam zückte ich mein Handy und meldete der Polizei den Unfall. Verletzte? Keine Ahnung, hab noch niemanden gefunden. Sie wollte aber dennoch einen Krankenwagen mitschicken. Polizei war auf dem Weg und ich sollte nachschauen was mit dem Fahrer ist. Aber irgendwas in mir stäubte sich dagegen. Aber ich rang mich dennoch durch nachzuschauen. Schließlich war ich beim DRK und MUSSTE was machen. Was dann passierte, geschah nur noch in Trance... ich näherte mich dem Auto. Auf dem Fahrersitz sass eine Frau, Blut lief ihr von der Stirn... Ich öffnete die Tür und sprach sie an. Sie blickte nur völlig verwirrt. Ein Blick den ich nie vergessen werde. Aber sie lebte, und schien so weiter nichts zu haben. Ich fragte sie mehrmals was passiert ist. Sie sprach kein Wort, starrte einfach nur vor sich hin. Eindeutig nen Schock. Ich wollte zu meinem Auto laufen und den Sanikasten und ne Decke holen. Gerade als ich mich umdrehte, sagte sie ein einziges Wort, was mich erstarren ließ...Motorrad...sie hatte einen Zusammenstoß mit einem Motorrad? So wie das Auto aussah musste der Fahrer schwer verletzt sein. Ich drehte mich um und suchte die Straße mit meinen Augen ab...und dann erkannte ich weit vor dem Auto ein Wrack auf der Sraße, das nicht mehr als Motorrad zu erkennen war. Ich hatte das vorher nicht registriert. Ich rannte zu meinem Auto, schaltete das Fernlicht ein, um mehr erkennen zu können und lief Richtung Motorrad. Der Fahrer musste ja da irgendwo sein. Und dann kam der Augenblick, der mir der Blut in den Adern gefrieren ließ. Das Motorrad hatte einen kleinen Aufkleber....ich kannte diesen Aufkleber irgendwo her. Nein, ich wusste das ich ihn kenne. Es war dieser kleine Aufkleber, den Stephan sich irgendwann mal auf die Karre geklebt hatte. Ein kleines häßliches Vieh, was nicht definierbar war... meine Gedanken gingen weiter... der rote Aufkleber...auf einer Yamaha...ein roter Aufkleber, den nur Stephan hatte auf einem Motorad das er fuhr. Oh mein Gott... Ich konnte nicht mehr klar denken, nur das ich ihn finden musste. Panisch lief ich umher, rief immer wieder seinen Namen und irgendwann entdeckte ich eine Person regungslos am Straßenrand...ich stürzte hin. Es war Stephan! Mir liefen die Tränen übers Gesicht. Ich wusste nicht was ich machen sollte. Ich hatte alles mal gelernt, aber in dem Moment war alles weg. Ich wollte nur diesen Verdammten Helm wegbekommen. Ich wollte sein Gesicht sehen...ich wollte das er mich sieht, wollte das er weiss ich da bin. Irgendwie bekam ich den Helm auch runter. Die Augen von Stephan waren geschlossen. Blut lief ihm aus dem Mundwinkel und er war so verdammt blass. Ein Bild das mich heute noch wach werden lässt. Ich nahm seinen Kopf auf meinen Schoß und hielt ihn fest in meinen Armen. Ich weinte einfach nur noch, konnte nichts machen...nur noch weinen. Irgendwann vernahm ich ein röcheln. Stephan öffnete die Augen....wollte was sagen. Ich legte meine Finger auf seine Lippen und sagte nur unter Tränen 'Alles gut mein Schatz, ich bin da...es wird alles wieder gut. Wir schaffen das...!' Eine Träne rollte über sein Gesicht, ich weiss nur nicht mehr ob es meine oder seine war. Er stöhnte nur 3 Worte...Sorry....Leben....bitte...dann schloß er wieder seine Augen.... für immer.

Ich weiss nicht wie lange ich da so gesessen habe. Der Regen prasselte immer weiter....irgendwann kam die Polizei und was dann so alles passierte weiss ich gar nicht mehr. Ich war völlig weggetreten. Ich fühlte mich wie in einem schlechten Traum und wollte einfach nur aufwachen. Bis dahin wollte ich auch Stephan nicht mehr loslassen...

Losgelassen habe ich ihn bis heute nicht. Ich lebe ohne ihn, so wie er sich das gewünscht hat. Aber losgelassen habe ich ihn nie....und werde ich auch nie. Dieses Jahr ist es 5 Jahre her...und manchmal ist es so, als wäre es gestern gewesen, das er mir kleine Sachen und Botschaften auf den Arm malt. Ich vermisse ihn noch immer..aber ich weiss auch das er bei mir ist und auf mich aufpasst. Und sicher ist er mit vielen Dingen, die ich mache, nicht ganz einverstanden Aber ich versuche mein Bestes...

 




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